Vitalstoffreiche Lebensmittel
Ob Sie
vitalstoffreiche oder vitalstoffarme pflanzliche Lebensmittel
konsumieren, können Sie zum Teil durch durchdachten Einkauf, Lagerung
und Zubereitung beeinflussen.
Einkauf
Kaufen Sie möglichst
viel Bioware, direkt vom Erzeuger, regional vom Markt oder bauen Sie im
eigenen Garten an. Beim Einkauf von konventioneller Ware ist der
Einkaufsführer von Greenpeace hilfreich, der Herkunfstländer und die
Belastung von Obst und Gemüse vergleicht.
Kaufen Sie Sonne!
Sonnengereifte pflanzliche Lebensmittel wie Früchte, Beeren, Gemüse und
Kräuter enthalten mehr sekundäre Pflanzenstoffe als Obst und Gemüse
welches künstlich nachgereift wurde.
Sekundäre Pflanzenstoffe werden besonders in der letzten Phase der
Reifung gebildet. Dazu gehören Lockstoffe, natürliche Abwehrstoffe,
Geruchs- und Geschmacksstoffe. Vielleicht haben Sie schon vom Quercetin
aus den Äpfeln, dem roten Farbstoff Lycopin der Tomaten, den Wirkstoffen
aus Broccoli, Kohl, Zwiebeln oder Knoblauch gehört.
Oftmals werden nur
die Vitamine betrachtet, und davon wiederum zu wenige. Wissenschaftler
haben 20 - 25 wichtige Vitamine biochemisch nachgewiesen und deren
Funktion im Stoffwechsel aufgedeckt.
Die Menschen fragen aber nur nach der empfohlenen Tagesdosis von
Einzelsubstanzen wie Vitamin C oder B und vergessen leicht, dass es
darüber hinaus noch über 10.000 verschiedenen sekundären Pflanzenstoffen
in unserer Nahrung gibt, die gemeinsam mit den Vitaminen, Mineralien,
Spurenelementen und den Kohlenhydraten und Aminosäuren (alles "primäre"
Pflanzeninhaltsstoffe) für eine optimale Funktion im Stoffwechsel
hilfreich sind.
Ein Beispiel:
Beta-Carotin ist als
bekannter Radikalfänger in einer finnischen Studie mit 30.000 Rauchern
eingesetzt worden, die täglich 20 Milligramm Beta-Carotin einnahmen. Die
Forscher hatten bemerkt, dass die Lungen bei Rauchern weniger
Beta-Carotin enthielten und vermuteten einen Mangel an diesem Vorläufer
von Vitamin A. Der Sachverhalt erwies sich aber als komplizierter.
Überraschenderweise waren es gerade die Personen aus der Studie, denen
die zusätzliche Beta-Carotin Menge verabreicht wurde, bei denen die
Lungenkrebsrate um 18 Prozent und die Gesamtsterblichkeit um 8 %
anstieg. In einer anderen Studie, die im New England Journal of Medicine
erschien, wurde diese Beobachtung bei 18.314 Rauchern und
Asbestarbeitern bestätigt: Auch hier nahm die Lungenkrebsrate um 28 %
und die Studie wurde vorzeitig abgebrochen, da die Quote der
Lungenkrebstoten um 46 % stieg. Hier hatten die Personen 30 Milligramm
Beta-Carotin und 25 000 IE (Internationale Einheiten) Vitamin A
bekommen. Der Grund: das verabreichte Beta-Carotin war keine natürliche
Substanz eingebettet wie von der Natur vorgesehen in einer Fülle von
Begeleitstoffen (wie in der Möhre) sondern ein Kunstprodukt. In der
Natur kommen über 200 verschiedene Beta-Carotin Varianten vor. Das
Beta-Carotin als Einzelsubstanz kann sich aber selber als freies Radikal
entpuppen, wenn es die aufgefangenen Elektronen nicht weiter abgeben
kann - z.B. an Flavonoide, die zu den sekundären Pflanzenstoffen
gehören. Die Lungen der Raucher hatten genug mit den freien Radikalen
aus dem Tabakqualm zu tun und vermieden eine hohe Konzentration an
Beta-Carotin, da die Antioxidativen Kapazitäten möglicherweise schon
verbraucht waren.
Heute werden vielen
industriellen Nahrungsmitteln isolierte Vitamine zugegeben, ob Lachs,
Fleisch, Wurst, Säften, Dosen, Kindernahrungsmittel, Süßwaren,
Frühstückscerealien, Kosmetika etc.
Auch wenn Vitamine
überlebenswichtig sind stellt sich die Frage, ob sie in isolierter Form
optimal bioverfügbar sind. Denn viele benötigen gleichzeitig Mineralien,
Spurenelemente und sekundäre Pflanzenstoffe um optimal zu wirken. So ist
die optimale Funktion von z.B. Vitamin C und E im Beisein von Selen,
Zink und Flavonoiden beobachtet worden. Sie verstärken sich gegenseitig
wodurch eine Angabe von einer optimalen Tagesdosis für nur einen Spieler
alleine wieder nur einen Teilaspekt des Ganzen wiedergibt.
Lagerung
Auf die
Lagerungszeit vor unserem Kauf haben wir nur durch unser Kaufverhalten
Einfluss (wo kaufen wir). Dass Vitalstoffe während der Lagerung verloren
gehen, ist bekannt. Daher sollte man z.B. Kartoffeln dunkel lagern. Denn
Kartoffeln verlieren nach 4 wöchiger Lagerung im Tageslicht bis zu 75%
ihres Vitamin C Gehaltes. Spinat sollte man eher kühl lagern und nach 2
Tagen spätestens verzehren, denn er verliert z.B. schon 70% seiner
Folsäure bei Zimmertemperatur. Schon beim Einkauf auf gelbe Stellen
achten und dann lieber Tiefkühlkost bevorzugen.
Zubereitung
Gemüse und Obst
möglich roh oder schonend gegart zu sich zu nehmen ist von Vorteil.
Bei
einigen Inhaltsstoffen kann das Erhitzen jedoch die Bioverfügbarkeit von
bestimmten Bioaktivstoffen verbessern. Als Beispiel sei die Möhre und
die Tomate genannt. Bei Möhren ist es die Oligogalakturonsäure, die beim
Erhitzen besser verfügbar gemacht wird. Entdeckt wurde dies bei
Durchfallerkrankungen bei Kindern, als der Heidelberger Mediziner Ernst
Moro die Möhrensuppe empfahl. Die Oligogalakturonsäure besetzte die
Rezeptoren im Darm an denen die Durchfall auslösenden Bakterien sonst
andocken und verringerte die Dauer der Erkrankung. Bei der Tomate ist es
das Lycopin, welches durch einen Prozess der Erhitzung und Zerkleinerung
den Zellen besser zur Verfügung steht.
(diese Seite wird noch ergänzt)
Hinweis: der Inhalt dieser
Seite ist rein informativer Natur und bezieht sich auf die Hintergründe
einer ausgewogenen Ernährung. Diese Erklärungen dienen nicht dem
Zweck die von mir angebotenen Produkten oder Dienstleistungen zu
bewerben.
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