Freie Radikale - die Zellmörder


Was sind freie Radikale?
Freie Radikale sind Abfallprodukte des Zellstoffwechsels.
Es sind aggressive Sauerstoffmoleküle, die ein Elektron eingebüßt haben und versuchen, unseren Körperzellen dieses fehlende Elektron zu entreißen. Sie entstehen sowohl bei normaler Zellfunktion als auch als Waffe der Abwehrzellen wo sie als hochreaktive Moleküle der Zerstörung von eingedrungenen Krankheitserregern eingesetzt werden. In neuesten Forschungen werden Zivilisationserkrankungen in Zusammenhang mit einer erhöhten Anzahl an Schäden durch freie Radikale gebracht. Daher gilt es, die Bedrohung der eigenen gesunden Zellen durch eine hohe Konzentration an freien Radikalen im Körper zu kontrollieren. Dazu haben sich evolutionär in der Zelle körpereigene antioxidative Enzymesysteme ausgebildet.

Jede Körperzelle muss sich täglich gegen 100.000 Angriffe freier Radikale wehren. Pflanzen haben wirksame Mechanismen gegen freie Radikale ausgebildet, die auch unsere Körperzellen schützen können.

 

Oxidativer Stress:

Unter oxidativem Stress versteht man eine Stoffwechsellage bei der sich die Menge an Antioxidantien und die Menge an Freien Radikalen nicht mehr die Waage hält. Wenn die linke Seite der unten stehenden Tabelle überwiegt, kommt es zu einem Ungleichgewicht in der Zelle. Unsere Zellen erleben Stress,  ihre Schutzmechanismen (Antioxidantien) sind aufgebraucht. Die Folge: sie werden oxidiert, sie rosten, sie altern:

     Antioxidanien:

     Entstehung freier Radikale durch:

  • Vitamine C & E
  • Carotinoide
  • Glutathion
  • Flavonoide
  • Selen
  • Körpereigene Enzymsysteme (SOD, GSHPx, CAT)
  • Ferritin
  • Metallothionin
  • Harnsäure (bislang noch unbekannt, neuere Studien weisen sie als wichtiges Antioxidans aus)
  • Strahlung, Elektrosmog
  • UV-Licht
  • Zellstoffwechsel, Leistungssport
  • Entzündungen
  • Chemikalien, Fremdstoffe in Nahrung, Luft, Wasser etc.
  • Zahlreiche Erkrankungen
  • Rauchen!
  • psyschicher Überforderung

Um die Wichtigkeit eines hohen Obst und Gemüsekonsums noch einmal hervorzuheben hier ein Zitat von Richard Cutler, Director Anti-Aging Research, National Institute of Health (NIH):
„Die Menge der Antioxidantien in Ihrem Körper ist direkt proportional zu Ihrer Lebenserwartung.“


Wie schädigen Freie Radikale?

Freie Radikale entreißen Oberflächenmolekülen aus Gewebe und Organen die Elektronen und lösen verschiedene Kettenreaktionen aus. Dadurch kommt es zu Schädigungen. Entreißen sie ein Elektron aus einer Zellmembran, kann es zu diversen Schädigungen der Zelle kommen. Freie Radikale im inneren der Zelle entreißen möglicherweise der DNA, der Trägerin unserer Erbinformation ein Elektron. Sie können Proteine, Rezeptoren, Transportmoleküle angreifen und verändern. Schädigungen auf Organebene sind mögliche Folgen.Die Regenerationsfähigkeit des Antioxidantiven Systems nimmt mit zunehmendem Alter ab, und damit erhöht sich beim älteren Menschen auch die Gefahr eines Angriffs freier Radikale auf das körpereigene Gewebe

Welche Antioxidantien gibt es und wie schützen sie?
Antioxidantien müssen sowohl die Zellmembranen als auch das Innere Milieu der Zelle schützen. man unterscheidet

A: Körpereigene Enzymsysteme

  • Antioxidantien im Blutplasma sind z.B. Transferrin, Lactoferrin, Albumin, Ceruloplasmin
  • Antioxidantien im intrazellulärem Raum: körpereigene Enzymsysteme wie Superoxiddismutase (SOS), Catalase, Glutathione Peroxidase.

B. Mit der Ernährung zugeführte Antioxidantien:

  • Antioxidantien kommen in Früchten und Gemüse, in Tee und Wein vor
    Besonders Früchte und Gemüse, die reif geerntet werden enthalten verschiedene Flavonoide, Carotinoide, Lycopen (rote Farbstoff der Tomate), Zeaxanthine, Phenole, Indole und Luteine, Vitamin C
    Fetthaltige Samen enthalten Vitamin E,Anthocyane kommen in dunkelrotem bis violettem Obst und Gemüse vor

Wirkungsweise:

Wenn Antioxidantien wirken, werden sie selber oxidiert. Sie müssen sich also im Team regenerieren. Dadurch wirken natürliche Kompositionen effektvoller als Einzelsubstanzen, bei denen man eine eventuelle Überdosierung beachten sollte. Beispiele für diese Teamarbeit sind:

  • Gluthatione hilft dabei, Vitamin C zu regenerieren. Es benötigt aber Selen
  • Oxidiertes Vitamin C reduziert (regeneriert) sich durch Flavonoide
  • Vitamin C wiederum hilft bei der Regeneratin von Vitamin E
  • Vitamin E und ß-Carotin wirken synergetisch, sie verstärken sich gegenseitig
  • Ubiquinon ist die reduzierte Form von Coenzym Q, ist fettlöslich und regeneriert Vitamin E

Der Kochtopf als Antioxidantien - Killer?

Lagerung, Transport, Kochen und insbesondere die Verwendung der Mikrowelle verringert den Gehalt an Antioxidantien im Gemüse. Dazu findet man im Internet viel Information, sodaß auf eine Auflistung der Verluste an dieser Stelle verzichtet wird.

 


Hinweis: der Inhalt dieser Seite ist rein informativer Natur und bezieht sich auf die Hintergründe einer ausgewogenen Ernährung.
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